Hormone

Hormonsystem-Steuerelemente verstehen

Hormone werden oft mit den Begriffen Pubertät, Fortpflanzung, Diabetes oder Schilddrüsenproblemen gleichgesetzt.
Es ist richtig, dass Hormone die Pubertät zentral steuern und ohne diese Stoffe gäbe es keine Nachkommen. Auch Diabetes, die Zuckerkrankheit, ist ein Hormonproblem. In Mitteleuropa sind Schilddrüsenprobleme häufig. Doch Hormone sind noch für vieles mehr zuständig.

Steuerung Kreislauf, Blutreinigung, Schlaf uvm.

Unser gesamter Kreislauf würde zusammenbrechen ohne Hormone. Diese steuern die Erweiterung und die Reduzierung des Volumens der Blutgefässe. Unsere Nieren würden keinen Tropfen Blut filtern, wenn Hormone nicht die Steuerung des Filterprozesses übernehmen würden. Darüber hinaus wäre ohne das Zirbeldrüsenhormon Melatonin erholsamer Schlaf und Ausruhen nicht möglich.

Gibt es eine Körperfunktion bei der Hormone nicht beteiligt sind?

Nein. 

Eine solche Funktion gibt es nicht und kann es auch nicht geben. 

Denn das Hormonsystem ist das biochemische Regelwerk des gesamten Organismus.

Was ist ein Hormon?

Ein Hormon ist eine Substanz, die in einer unserer Drüsen produziert wird. Diese Substanz wird von den Drüsen meist ins Blut abgegeben, um eine gezielte Funktion im Körper zu steuern. Eine Art Botenstoff, welcher beim Empfänger eine gezielte und zeitlich definierte Funktion auslöst. Jedes Hormon ist auf das andere abgestimmt und alle bilden zusammen ein komplexes und fein abgestimmtes Regelwerk. Ein einziges, schlecht arbeitendes Hormon reicht aus, um das gesamte System lahm zu legen.

Teamwork von Nervensystem & Hormonsystem ist gefragt

Nicht nur das Nervensystem steuert somit den Körper, sondern auch das Hormonsystem. Die Steuerungsmechanismen beider Systeme fliessen zusammen und können nur im Zusammenwirken den Menschen am Leben erhalten.

Sind alle Hormone stofflich untereinander verwandt oder gibt es grundlegende Unterschiede?

Es gibt 3 Kategorien:

1. Aminosäurederivate

2. Peptidhormone

3. Steroidhormone

 

Aminosäurederivate

Diese Hormone werden wie der Name selbst sagt, aus Aminosäuren gebildet. Beispiel: Adrenalin. Diese Hormone können also nur gebildet werden, wenn der Körper genug Aminosäuren durch die Nahrung aufnimmt. Aminosäuren sind Bausteine des Lebens. Es sind 20 verschiedene Stoffe, aus welchen alle Proteine (Eiweisse) hergestellt werden. Unsere Drüsen bauen diese Aminosäuren um und lagern an sie noch andere Stoffe an, so dass ein völlig neuer Stoff entsteht. Durch die Verdauung von Eiweissen in unserem Magen werden von unserem Organismus Aminosäuren aufgenommen. Fast alle Hormone dieser Gruppe sind wasserlöslich.

Peptidhormone

Grundsätzlich sind es Eiweisse. Also nichts anderes als Ketten von Aminosäuren. Diese Hormone sind, was ihre molekulare Grösse angeht die Grössten und alle wasserlöslich. Ihre Grösse, Geometrie und Wasserlöslichkeit stellen drei der zentralen Eigenschaften, welche diese Hormone charakterisieren. Beispiel: Insulin

Steroidhormone

Alle diese Hormone in dieser Gruppe werden von einem Stoff abgeleitet: dem Cholesterin. Es handelt sich bei diesen Hormonen um Fette und fettlösliche Stoffe. Einen Zusammenhang zwischen dem Fetthaushalt und diesen Hormonen zu suchen, ist grundlegend um zu verstehen wie diese Stoffe wirken. Alle weiblichen und männliche Hormone gehören zu dieser Gruppe, genauso wie das Kortison.

Drei grundlegend verschiedene Stoffgruppen, die alle miteinander in Wechselwirkung stehen. Beispiel mit drei verschiedenen Hormonen aller drei Kategorien: 

Durch erhöhte Kreislaufbeanspruchung setzt unser Körper Adrenalin frei, gleichzeitig wird mehr Insulin benötigt und das Aldosterol, welches die Nierentätigkeit mitbestimmt, wird ebenfalls gefordert. Auf stofflicher Ebene hängt also alles miteinander zusammen.

Woher wissen die Drüsen wann welche und wie viele Hormone sie herstellen müssen? (Sicht Schulmedizin)

Die Schulmedizin spricht von einem Regelkreis. Dieser ist eng mit dem vegetativen Nervensystem verflochten. Die Botenstoffe des Nervensystems sind in ihrer Beschaffenheit eng mit den Hormonen verwandt Es besteht eine Diskussion darüber, ob Hormone und die Botenstoffe des Nervengewebes nicht ein System bilden. 

Ein Grossteil aller hormonproduzierender Drüsen wird über eine fein abgewogene Kaskade von Steuerhormonen des Hypothalamus (Hirnregion) und der Hirnanhangsdrüse gesteuert. Der Steuermechanismus baut sich folgendermassen auf: 

Der Hypothalamus bekommt durch das vegetative Nervensystem sogenannte Bedarfsimpulse, ob ein Hormon gebraucht wird oder zu viel vorhanden ist. Der Hypothalamus schüttet dann genau dosierte Steuerhormone für die Hirnanhangdrüse aus, welche wiederum drüsensteuernde Hormone ausschüttet. Das Ganze ist bewusst über mehrere Stufen geregelt, denn das erlaubt eine sehr genaue Mengenregulation der Hormone. Hormone als Steuerelemente in unserem Organismus müssen einer sehr genauen Mengenproduktion unterliegen, denn geringe Abweichungen können schon fatale Folgen für die Gesundheit haben. 

Drüsen ausserhalb dieses Regelkreises (Sicht Schulmedizin)

Die Bauchspeicheldrüse oder die Nebenschilddrüse sowie die meisten Gewebshormone sind nach schulmedizinischer Sicht auf sich alleine gestellt. Auch die Zirbeldrüse reagiert mehr auf Reize von aussen (Lichteinfall, Schallwellen) als auf Impulse des Nervensystems. Dieses Modell ist das Resultat einer alles in sich auftrennenden Mentalität. Um zu vereinfachen wird der Körper in scharf abgegrenzte Bereiche aufgeteilt. Für jeden Bereich gibt es in der Schulmedizin einen Spezialisten. 

Modell Sapientia Naturae (Holistische Sichtweise)

Der Körper ist ein Ganzes. Sapientia Naturae bemüht sich in seinem Modell den Körper als solches zu betrachten. Das Funktionsschema umfasst nicht nur alle hormonproduzierenden Drüsen, sondern alle Syteme des Organismus, welche direkt auf die Hormonsteuerung und dessen Herstellung Einfluss nehmen. 

Wenn ein Hormon hergestellt und ins Blut oder in ein Gewebe abgegeben wird, muss sichergestellt sein, dass das Hormon nicht sofort verbraucht wird, sondern dass es sein vorgesehenes Ziel auch erreicht. Dazu sind im Blut eigens einige Substanzen vorgesehen, die die Hormone binden und im ganzen Körper herumtransportieren. Die Schulmedizin spricht von Eiweissen, so genannten Globulinen. Einige Hormonstörungen beruhen nicht auf der Tatsache, dass die produzierte Menge an Hormonen nicht dem Bedarf entsprechen, sondern dass diese Globuline lokal ihren Dienst versagen. Wenn wir von Eiweissen sprechen, dann ist eine Eigenschaft immer im Brennpunkt: Die Geometrie des Eiweisses. Denn schon geringe Abweichungen von der Geometrie führen zu grundlegenden Änderungen im chemischen Verhalten des Eiweisses. Diese Geometrie lässt sich grundsätzlich einfach verändern und kann vor allem lokal im Organismus durch verschiedene Störungen des Wasserhaushaltes aus den Fugen geraten. Diese Tatsache wird von der Schulmedizin kaum beachtet. Verschiedene gesundheitliche Probleme der hormonellen Versorgung beruhen auf dieser Tatsache. Als praktisches Beispiel soll uns eine fast alltägliche Situation in unserer Praxis dienen:

Es gibt Patienten, die kommen zu uns mit den klassischen Beschwerden der Schilddrüsenunterfunktion. Schulmedizinisch wird keine Pathologie festgestellt und der Patient als Simulant oder Hypochonder dargestellt. In vielen solcher Fälle stellen wir dann fest, dass die Transportglobuline ihren Dienst lokal versagen. Die dadurch entstandene Dysfunktion kann zum gleichen Krankheitsbild wie die Schilddrüsenunterfunktion führen.

Die Schilddrüse funktioniert, die Störung ist lokal und nicht global im ganzen Körper. Somit müsste die Therapie nicht schilddrüsenbezogen ablaufen, sondern das Globulin mit seiner Veränderung sind das Therapieziel. 



Wasser als Stabilisierungsfunktion

Im Bindegewebe ist der Mensch in der Lage, Wasser von sehr hoher Güte zu speichern. Dieses wird als Transportwasser für die Hormone des nicht direkt vom Hypothalamus gesteuerten Hormonhaushaltes eingesetzt. Wasser hat in diesem Fall eine enorme Stabilisierungsfunktion. Insulin hängt in direkter Weise von diesem Wasser ab. Denn je nach Wassereigenschaften kann es schon seine Geometrie verändern. Was bekanntlich zu Diabetes mellitus Typ II führen kann. Die Güte des Transportsystems ist von ausschlaggebender Wichtigkeit. Es sollte deshalb bei der Diagnostik auch dementsprechend genau untersucht werden. 

Immunsystem als Steuerelement

Wie wir schon erwähnt haben, steuert das Immunsystem einen Teil dieses Transportsystems. Das Immunsystem hat auch noch andere Steuerungsaufgaben im Hormonsystem, denn jedes Hormon ist grundsätzlich immunaktiv. Umgekehrt verhält es sich genauso. Viele Abwehrmechanismen beeinflussen direkt das Hormongeschehen. Die Folgen einer Störung dieses Prozesses führen unweigerlich zu allergischen oder autoimmunitären Erkrankungen. 

Zirbeldrüse

Eine Drüse, die immer wieder grosse Aufmerksamkeit erregt, ist die Zirbeldrüse. Grundsätzlich ist sie als die Schlafsteuerdrüse bekannt. Jedoch weiss man, dass wenn ihre Lichtempfindlichkeit oder Schallempfindlichkeit gestört werden, es zu massiven Problemen mit Nerven-und Immunsystem kommt. Leider ist noch zu wenig über diese Licht- und Schallempfindlichkeit bekannt. Sie stellt jedoch eine Schnittstelle zwischen den Sinneswahrnehmungen und dem Hormonsystem dar. Was wiederum bedeutet, dass unser Bewusstsein von dieser Funktion beeinflusst werden kann. Psychische Probleme können daher oft auch auf Störungen des Zirbeldrüsenhaushaltes zurückgeführt werden. Gerade Umwelteinflüsse wie elektromagnetische Strahlung stehen im Verdacht, ebenfalls die Zirbeldrüse zentral zu beeinträchtigen. 

Rolle Des Stoffwechsels

Der Stoffwechsel nimmt eine zentrale Rolle bei der Funktionsausübung der Hormone ein. Denn er versorgt nicht nur die Drüsen mit Ausgangsstoffen für die Hormonherstellung, sondern er beeinflusst durch direkte Hormonlieferung aus der Ernährung den gesamten Steuermechanismus. Diese Tatsache verdeutlicht, wie äusserst sensibel das gesamte System ist und wie es funktioniert. Diesem Aspekt wollen wir uns hier etwas genauer widmen, denn er ist in der Therapie von hormonellen Störungen von zentraler Bedeutung. 

Qualität der Ernährung entscheidend

Beginnen wir festzuhalten, dass im Magen Eiweisse zu Aminosäuren reduziert werden. Diese werden dann grossteils direkt durch die Magenschleimhaut aufgenommen. Im Organismus werden sie nach Bedarf in jeder Zelle zur Eiweissneubildung eingesetzt. Acht der zwanzig Aminosäuren muss der Mensch zwingend durch die Ernährung zu sich nehmen, denn er ist nicht in der Lage, diese selber herzustellen. Die Qualität der Ernährung entscheidet also darüber, ob Hormone der Aminosäure- und Eiweisskategorie überhaupt hergestellt werden können. 

Wirkung der Eiweisse 

In diesem Zusammenhang ist wichtig zu wissen, dass unser Magen nicht alle Eiweisse auflösen kann. Viele vor allem tierischen und bakteriologischen Ursprungs sind unangreifbar für die Magensäure und Magenenzyme. Das bedeutet, sie stellen nur Ballast dar, der den ganzen Darm auch noch belastet. Leider sind Eiweisse hochreaktive Stoffe. Dies bedeutet, dass sie in Magen und Darm direkten Einfluss auf verschiedensten Ebenen nehmen können. Die Wirkungen solcher unerwünschter Eiweisse kann vielfältig sein: von antibiotisch, immunsystemreizend, resorptionsverändernd oder hormonaktiv. Gerade die letztere Eigenschaft interessiert uns im Besonderen. 

Fehler im System

Denn was kann im Hormonsystem schief laufen? Die grössten, bis heute uns bekannten Schäden richten diese Eiweisse in der Dickdarmflora an. Denn dort kann es abgesehen von einem völligen Zusammenbruch der Flora, vor allem zum Ausstoss von hormonaktiven Aminosäurederivaten durch die Darmbakterien kommen. 

Beispiel:

Tierische Nahrung (Fleisch) ist an sich nichts Schlechtes. Leider ist die heutige Tierhaltung bzw. Mast nicht auf Qualität, sondern Quantität ausgerichtet. Es kommt zum Einsatz von Wachstumsbeschleunigern und verschiedenen pharmakologisch aktiven Substanzen. Die eingesetzten Stoffe sind mitunter auch hochkomplexe Eiweisse, Diese lagern sich im Muskelfleisch der Tiere ab. Beim Verzehr gelangen sie dann unbeschadet in unseren Dickdarm. In diesem herrschen Bedingungen, welche diese Eiweisse aktivieren. Unsere Darmflora stösst als Reaktion auf diese Aktivitäten verschiedensten Stoffe aus, unter anderem auch hormonaktive Stoffe. Diese gelangen in unsere Blutbahnen und nehmen unabhängig vom gesamten Hormonsystem Einfluss auf verschiedenen Funktionsebenen. So zum Beispiel können Gewebe zerstört werden (Rheumatische Beschwerden), nervliche Probleme auftreten (Migräne), psychische Störungen durch neurotransmitterähnliche Stoffe. Vor allem können bösartige Tumore durch diese Stoffe entstehen. Letztere finden ihre Ursache darin, dass sich verschiedene dieser hochreaktiven Eiweisse an Zelloberflächen andocken und dadurch der Zelle ein völlig falsches Signal vermitteln, was zu zellstoffverändernden Reaktionen führt. Im Weiteren sind der Magen sowie der Darm auch für die Aufnahme vieler Transportmoleküle zuständig. Wasser und komplexe Mehrfachzucker werden durch den Darm aufgenommen. Nur eine optimale Magen-/Darmfunktion gewährleistet einen störungsfreien Hormonhaushalt. Die schon erwähnte Abwehr des Organismus darf auf keinen Fall vernachlässigt werden. Denn letztendlich ist das Immunsystem höchst sensibel in Bezug auf Hormonstörungen. 

Wirkung Hormone auf weisse Blutzellen

Es ist interessant, die Wirkung der verschiedenen Hormone auf die weissen Blutkörperchen kennenzulernen. Einige einfache Beispiele werden uns die Tragweite gut verdeutlichen. Alle Hormone der dritten Kategorie (Steroide) besitzen durch ihre Fettlöslichkeit die Eigenschaft, die Zellwände der weissen Blutzellen zu durchwandern. Dies kann bei Hormonüberschuss zu sehr gefährlichen Situationen führen. Gerade die Geschlechtshormone können die Aktivität der weissen Blutzellen beträchtlich stören. So verursachen Überschüsse der weiblichen Hormone eine Reduzierung der Abwehrtätigkeit. Männliche Hormone verursachen gerade das Gegenteil, was zu extremen Überreaktionen führen kann. Zwangsläufig stellt sich die Frage, was passiert mit der Abwehr, wenn es zu Schwankungen dieser Hormone kommt. Umgekehrt kann das Immunsystem die Hormonfunktion auch stören. Dies geschieht im Zusammenhang mit den Steroidhormonen vor allem in der Leber. Dort kommt es bei Entzündungen des Organs zu starken Schwankungen des Cholesterinspiegels, was wiederum die Bildung der Fetthormone entscheidend beeinflussen kann. Berühmt berüchtigt ist Kortison. Dieses Steroid wird in der Nebenniere produziert. Der Körper stattet das Hormon direkt in der Drüse mit einem Mehrfachzucker aus. Man nennt es dann Glucokortikoid. Ist der Mehrfachzucker vom Immunsystem als körpereigen erkannt, kommt es zu keinen der bekannten Nebenwirkungen von Kortison. Leider berücksichtigt die Pharmaindustrie nicht, dass jeder Mensch eine individuelle Zusammenstellung von Kortison und Mehrfachzucker besitzt. Wird diese Zusammensetzung durch synthetischen Zugaben von Kortison gestört, unterdrückt das Immunsystem automatisch die Herstellung von eigenen Glucokortikoiden. Die Folgen sind bekannt. 

Bei den zwei wasserlöslichen Kategorien Eiweissen und Aminosäurederivaten kommen weitere Aspekte ins Blickfeld der Störung des Hormonhaushaltes. Durch die Wasserlöslichkeit können diese Hormone grundsätzlich an spezifischen Rezeptoren an den Zelloberflächen andocken.

Dieser Prozess kann auf verschiedenste Weise gestört werden. Das Immunsystem kontrolliert diesen Andockmechanismus durch sogenannte lösliche Faktoren. Diese Faktoren sind Stoffe, welche dem Immunsystem als Kommunikationswerkzeug dienen. Wasser spielt hierzu eine zentrale Rolle. Je nach Güte des Wassers wird dieser Andockmechanismus beeinflusst. Als Güte des Wassers wird die Energie der Wasserstoffbrücken verstanden. Diese Energie entscheidet, ob ein Hormon so gelöst wird, dass es seine Funktion optimal erfüllt oder versagt. Unser Trinkwasser bestimmt wiederum die Energie des Körperwassers. Ein weiterer wichtiger Punkt stellt die Tatsache dar, dass es keine Drüsen gibt, welche in ihrer Hormonherstellung sich selbst überlassen sind. 

Die Drüsen des Block II (siehe Abbildung) werden über das ZNS reguliert. Das zentrale Nervensystem verwendet hierzu als Feinsteuerung das Immunsystem. Die Abwehr ist in der Lage, direkt mit dem ZNS eine Wechselwirkung einzugehen und diese dann an Drüsen durch eigene wasserlösliche Stoffe sowie dem Körperwasser weiterzuleiten. Einer der Gründe, warum die Hypophyse nicht die Feinsteuerung übernimmt liegt in der Tatsache, dass die Hormone aller Drüsen des Block II direkt von den weissen Blutzellen gebraucht werden. Diabetes kann als Beispiel die Zusammenhänge gut darstellen. Die Insulinproduktion hängt direkt vom aufgenommenen Zucker im Blut ab. Der Organismus versucht immer einen stabilen Blutzuckerhaushalt anzustreben. Um diesen Haushalt stabil zu halten, bedarf es mehr als Steuerhormone. Denn das Immunsystem wäre zum Einen so in seiner Effizienz von den zusätzlichen Steuerhormonen abhängig, was eine weitere Möglichkeit bieten würde, noch mehr Krankheiten der Bauchspeicheldrüse hervorzurufen.

 Dies liegt nicht im Sinne der Natur, welche immer auf eine Minimierung der Probleme bedacht ist. Zum Anderen sind die Hormone des zweiten Blockes, alles sogenannte Schnelleinsatzhormone. Sie müssen in der Lage sein, innerhalb kurzer Zeit allen Bedarfsanforderungen Genüge zu leisten. Hierfür muss im ganzen Organismus eine Steuermöglichkeit vorhanden sein. Die weissen Blutzellen leisten aus ihrem ureigenen Wesen heraus diese Funktion. 

Eine bis jetzt stark vernachlässigte Hormonart soll am Rande noch erwähnt werden: Die Gewebshormone. Prostaglandine als Beispiel. Alle Gewebshormone unterliegen in ihrer Steuerung dem zweiten Block Wasser ist bei der Wirkung dieser Hormone der zentrale Stoff.

In der Praxis bewährt sich diese Modellvorstellung immer aufs Neue. Sie ist durchaus anspruchsvoller und durch ihre systemübergreifende Vision um einiges komplexer als das klassische Modell. Sie erlaubt aber gerade deswegen eine ursachenbezogene Therapie, was zu nachhaltigen Erfolgen führt. 

Frauen und Hormone

In Japan sowie in China oder im ländlichen Südamerika gibt es so gut wie keine Menopausebeschwerden bei Frauen. In Europa und Nordamerika wird dem Problem hingegen mit extremen Einsatz an synthetischen Hormonen und Operationen entgegengewirkt. In der westlichen Welt kann der Umgang mit synthetischen Hormonen als „sorglos“ betitelt werden. Die Antibabypille wird schon sehr früh in der Pubertät eingesetzt.

Des Weiteren ist der Umgang mit Hormonen in der Landwirtschaft und Kunststoffindustrie durch den Einsatz von Weichmachern (diese sind in ihrer Wirkung mit weiblichen Steroiden gleichzusetzen), teilweise noch völlig unkontrolliert. 

Die Belastung der Umwelt mit diesen genannten Stoffen, fällt durch Nahrungsmittel und vor allem Trinkwasser wieder auf den Menschen zurück. Die Folgen sind, dass durch eine übermässige Belastung des Körpers durch unkontrollierte Mengen an Hormonen, es im Stoffwechsel des Darmes zu einer chronischen Deregulierung des gesamten weiblichen Haushaltes kommt. Es verwundert deshalb nicht, wenn Frauen mit knapp dreissig Jahren Myome oder Zystenprobleme aufweisen. 

Regelungdesweiblichen Hormonhaushaltes

Die Natur reguliert den weiblichen Hormonhaushalt über drei Stufen. Der Hauptanteil wird über den Drüsen Block I (Eierstöcke) hergestellt. Eine weitere Quelle ist die Darmschleimhaut, welche durch eine grundsätzlich gesunde Ernährung Hormone für den weiblichen Haushalt liefert. Die dritte Quelle besteht in den Fettzellen. Diese wandeln wie die Drüsen Cholesterin in Östrogen um und sind durch ihre Präsenz im ganzen Körper in der Lage, den weiblichen Haushalt sowohl lokal, als auch im gesamten Organismus zu versorgen. 

In der Menopause wird diese Fettzellenversorgung besonders aktiviert, weil die Eierstöcke ihre Produktion auf ein Minimum drosseln. Die leichte Gewichtszunahme anfangs der Wechseljahre ist also grundsätzlich eine gute Reaktion des Körpers, welche sich im Übrigen am Ende der Menopause wieder selbst nach unten korrigiert. Leider lässt unser westlicher, ästhetischer Sinn eine solche Zunahme oft nicht zu, was zur Unterversorgung des Hormonhaushaltes führt. 

Die Folgen all dieser Fehlverhalten schlagen sich ebenfalls auf verschiedenen Ebenen und Möglichkeiten nieder. Bei einigermassen hormonell gut veranlagten Frauen, welche über ein halbwegs vernünftiges Immunsystem verfügen, kommt es zu klassischen Störungen des Haarwuchses, Hitzewallungen, welche oft auch mit Kreislaufstörungen einhergehen, möglichen psychischen Schwankungen sowie nicht seltenen Cholesterinspiegelerhöhungen. All diese Beschwerden lassen sich gut mit pflanzlichen Heilmitteln beikommen.