Verhungern bei vollen Kochtöpfen

Was ist eigentlich Nahrung? Soll sie nur das liefern, was wir zum täglichen Leben brauchen, oder soll sie mehr sein? 
Hildegard von Bingen sagte dazu vor über 900 Jahren, 
Nahrung soll deine Heilung sein. Ein gesunder Mensch erhält seine Gesundheit auch durch seine Ernährung.

Sämtliche körperlichen Funktionen, Steuermechanismen und selbst das Nervensystem müssten durch das was wir essen versorgt werden und sich erhalten können. Es geht also grundsätzlich um viel mehr als nur die tägliche Energie zu sich zu nehmen. Ernährung ist Wartung und Erhaltung der Gesundheit. So verstanden wird jedes Nahrungsmittel zum Heilmittel. Denn jedes Nahrungsmittel hat bestimmte Inhaltsstoffe, nicht nur Vitamine, Spurenelemente, Kohlenhydrate, Fette und Proteine, sondern Wirkstoffe welche in ihrer Funktion wesentlich unsere Gesundheit bestimmen. 

Doch wie sieht der Inhalt unserer heutigen Nahrungsmittel aus? Ist da genug vorhanden um wirklich diese Wartungsfunktion / Heilmittelfunktion zu erfüllen? 

Beispiel Grapefruit

Das Glykosid Naringin ist ein Stoff der in der Grapefruit natürlich vorkommt. In den ersten 90 Jahren entdeckte man, dass dieser Wirkstoff über den Leberstoffwechsel, Herzmedikamente wie Statine in ihrer Wirkung verlängern und verstärken kann. Es begann ein Aufklärungsprozess über die Risiken und möglichen Gefahren der Wechselwirkung bei Patienten. Naringin zusammen mit einem anderen ebenfalls hoch wirksamen Sekundärwirkstoff, dem Bergamottin, sorgen für den bitteren Geschmack der Grapefruit. Zudem senken diese Wirkstoffe auch noch die Blutfette, haben also an sich eine positive Wirkung auf den Menschen. In Südamerika ist die Grapefruit eine weit verbreitete Frucht. Nichts liegt näher als daran zu denken, dass die Menschen dort mit Blutfetten eher weniger Probleme haben. Diejenigen, die sich einen Grapefruitbaum im Garten halten und dieser wenig Pflege zukommen lassen, verfügen über Früchte mit hohem Gehalt beider Wirkstoffe. Die Grapefruits von der Plantage hingegen, weisen eher niedrige Konzentrationen auf. Der Grund sind zum einen die Sortenauswahl und zum anderen die Kulturbedingungen. Die Plantagen müssen quantitativ Früchte liefern, was den Einsatz von starker Agrochemie bedeuten kann. Auf diese reagiert die Pflanze mit einer Reduzierung aller sekundären Wirkstoffe. Die Grapefruit ist zwar noch eine schmackhafte Frucht, aber statt den natürlichen, ihren eigenen sekundären Wirkstoffen, weist sie eine Fülle an Rückständen der Agrochemie (Fungizide, Pestizide, Insektizide, synthetische Dünger etc.) auf. Letztere Stoffe wirken leider nicht so wie die sekundären Wirkstoffe der Pflanzen. 

Fazit wenn wir mit dem Verzehr einer einfachen Grapefruit unseren Blutfetthaushalt positiv beeinflussen wollen, können wir das nur noch, wenn wir Grapefruits essen, die ohne Agrochemie angebaut wurden.

Biozertifikate garantieren keinen Wirkstoffgehalt

Was für die Grapefruit gilt, ist für jede andere Feldfrucht genauso gültig. Sogar das Biozertifikat schützt nicht davor, dass diese sekundären Wirkstoffe fehlen. Wir haben durch die Agrochemie die Qualität unserer Nahrungsmittel nachhaltig reduziert und in manchen Fällen sogar zu Nichte gemacht. Erstaunlich ist auch, dass wir die Nahrungsmittel nach Kriterien beurteilen, die in keiner Weise die sekundären Wirkstoffe berücksichtigen. Selbst Spurenelemente werden nicht berücksichtigt. Wir sind gewohnt, auf dem Etikett die Nährwerte in kcal in Form von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen zur Kenntnis zu nehmen. Dies sind letztlich nur Energiewerte, welche den täglichen Bedarf abdecken. Wir haben das Nahrungsmittel zu einem Treibstoff reduziert und seine essentielle Funktion vollkommen vernachlässigt. Es soll unsere Gesundheit erhalten und zwar in allen Aspekten. Ein Mensch bleibt letztlich gesund wenn er alle Stoffe bekommt die nötig sind.

Sekundäre Wirkstoffe können nicht künstlich zugeführt werden

In den letzten dreissig Jahren hat die Biochemie verstanden, dass diese sekundären Wirkstoffe für den Menschen unverzichtbar sind. Das Problem – man kann sie nicht künstlich zuführen. Frisches Obst, Gemüse, Fisch, Getreide, Hülsenfrüchte enthalten diese Inhaltsstoffe, wenn man eine Landwirtschaft betreibt, die die Bildung dieser Stoffe erlaubt. 

Wie sieht die Ernährung von Naturvölkern aus?

Jäger und Sammler werden sie oft genannt. Das ist an sich richtig. Doch der vermutete übermässige Fleischkonsum ist nicht
so übermässig wie gedacht. Zudem ist die Gesundheit dieser Menschen trotz des angeblichen hohen Fleischkonsums nicht mit den gleichen Krankheiten belastet wie bei uns. Herz-Kreislauf-, Leber- und Darmerkrankungen treten kaum auf. Die Frau
sorgt durch ihre Sammeltätigkeit für eine reichliche Zufuhr an sekundären Wirkstoffen in Form von Kräutern, Wildobst, Wildgemüse, Pilzen etc., das gleicht aus. Untersuchungen ergaben, dass der Konsum an sekundären Wirkstoffen bei Naturvölkern um ein Vielfaches höher liegt als, bei uns modernen Menschen. Die Lebenserwartung bei einigen Völkern wäre, wenn Totschlag und Unfälle nicht wären, mit unserer gleichzusetzen. Wer lebt nun gesünder?

Ernährung des modernen Menschen

Letztlich eine aus gesundheitlicher Sicht sehr karge Kost. Die Frage ist, warum hat sich die Wissenschaft nicht gründlicher damit auseinander gesetzt? Nun sie hat, aber was kommerziell nicht verwertbar ist, ist nicht erwünscht. Das ist die bittere Realität. So erstaunt es nicht, dass sogar Professoren an Universitäten entlassen werden wenn sie nachweisen, dass unsere Nahrung schädlich ist. Wie beispielsweise der Fall von Prof. Arpad Pusztai in England, der nachwies, dass genveränderte Kartoffeln bei Ratten das Immunsystem schädigten und das Organwachstum veränderte, bis hin zu Tumoren, und dafür entlassen wurde, ist nur ein Beispiel von vielen. Diese Erkenntnisse gelangen nicht an die breite Öffentlichkeit. Würden sie, so käme es zu einem radikalen Umdenken. Wer würde sich bei vollem Bewusstsein Nahrungsmittel zuführen. die ihm mit absoluter Sicherheit schaden?
Die Frage ist nun, was sollen wir essen und wie sieht es mit dessen Qualität aus?
Theorien gibt es sehr viele. Gibt es eine richtige Ernährungsweise? Nein. 

Hildegard von Bingen

Unterscheidung Kranker und Gesunder

Interessant ist aber eine andere Tatsache, nämlich dass vor mehr als 900 Jahren Hildegard von Bingen
eine klare Aussage dazu machte. Sie fing an zu unterscheiden was der Gesunde essen soll und was er vertragen kann und was ein Kranker in jedem Fall meiden soll und was er essen soll. Sie sah alle Nahrungsmittel als Heilmittel und setzte sie gezielt ein. Ein Kranker wird schneller gesund wenn er gewisse Nahrungsmittel vermehrt ist und andere meidet. Vor ihr hatte niemand in der abendländischen Tradition so eine klare Vorstellung wie man ursachenbezogen Nahrungsmittel einsetzt. Diese Sicht der Dinge stellt die Gesundheit des Menschen ins Zentrum, alles andere ist sekundär.

Setzen wir uns genauer mit dieser Aussage auseinander. Die Unterscheidung zwischen einem kranken und einem gesunden Menschen ist
grundlegend. Schauen wir uns die vorgeschlagene Kost für einen Kranken generell einmal an. Der Kranke soll alles meiden was ihm schaden kann. Sein Organismus ist in einem Zustand der Schwäche, daher soll er nur das essen was ihn heilt. Das beginnt mit dem Konsum von Dinkel in allen Formen. Andere Getreide sind bedingt zulässig, aber keines kommt an den Dinkel heran. Warum? Nun es ist ein Getreide da über Jahrtausende kaum eingekreuzt wurde. Es hat seine ursprünglichen Eigenschaften bewahren können. Interessant ist, dass der Dinkel seine Inhaltsstoffe nicht alle in der Schale konzentriert sondern auch in seinem Mehlkörper. Was an sich schon eine Seltenheit ist. Die meisten Getreide enthalten all die positiven Stoffe in der Schale. Daher entstand auch der Anspruch Vollkorn, denn nur so erhält man alle Wirkstoffe. Beim Dinkel ist das nicht so, daher die Bevorzugung. Hülsenfrüchte sind Proteinlieferanten. Soja wird als Jungbrunnen der asiatischen Frau verstanden. Was Wenige wissen ist, dass wir im Westen einige Hülsenfrüchte haben die genauso gut sind wie die Soja und keinerlei genetische Manipulation erfahren haben. Die Kichererbse ist in allen Belangen der Soja ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Ihr Gehalt an Isoflavonen ist je nach Anbaugebiet höher als der der Soja. Hildegard von Bingen beschreibt sie als sehr gesund. Leider hat sie nur in den mediterranen Kulturen Einzug in der Küche erfahren. Nördlich der Alpen kennen sie die Wenigsten. Es ist erwiesen, dass Frauen, welche in ihrer Jugend viel Kichererbsen gegessen haben, wesentlich weniger hormonelle Beschwerden haben und ein wesentlich geringeres Risiko haben hormonaktive Tumore zu bekommen. Natürlich sind auch die anderen Hülsenfrüchte empfehlenswert, aber die Kichererbse steht an erster Stelle. Sie liefert eine breite Fülle an verschiedensten sekundären Wirkstoffen.

Im Folgenden soll eine Zusammenstellung aller empfohlenen Nahrungsmittel aufgelistet
werden, die für einen Gesunden gut sind. Die Liste hat keinen Anspruch auf
Vollständigkeit. Wir haben die Nahrungsmittel, welche in Europa üblich sind, aufgelistet.
Es gibt, je nach Kontinent, noch eine Fülle von Nahrungsmitteln die ebenfalls empfohlen
sind. Wir werden im Laufe der Zeit diese Liste immer mehr ausbauen und
vervollständigen.
Vielmehr sollte man die darauf folgende Liste und Erläuterungen für die nicht zuträglichen
Nahrungsmittel genau beachten.